LANDSCHAFTS- UND NATURFOTOGRAFIE

Die Landschaftsfotografie setzt sich im allgemeinen mit der Abbildung der natürlichen Umwelt des Menschen auseinander.
Sie steht in einem engen Zusammenhang mit der Naturfotografie, der Architekturfotografie und auch der Stilllebenfotografie.

Entstehung und Entwicklung der Landschaftsfotografie

Die Pioniere der Landschaftsfotografie waren im 19. Jahrhundert Hermann Krone und im 20. Jahrhundert Ansel Adams Sie machten die vom Menschen nicht beeinträchtigte Umwelt zum Mittelpunkt ihrer Arbeit. Ihr Ziel war die möglichst „naturgetreue“ Abbildung. Zumeist wurden große Bildformate in Fachkameras genutzt.

Seit dieser Zeit hat sich die Landschaftsfotografie in viele Richtungen entwickelt. Einflussreich war das New Topographic Movement in den 1970er Jahren. Der menschliche Eingriff in die Landschaft wurde als bestimmendes Element aufgegriffen. Beispielsweise zeigt Margherita Spiluttini großformatige Abbildungen der vom Menschen in die Umwelt gesetzten Steinbrüche und der vom Verkehr und der Wasserkraftnutzung überformten Alpen.

Während sich Spiluttini und viele andere Vertreter der Landschaftsfotografie der „exakten“ Abbildung widmen, verfremden manche zeitgenössische Fotografen wie der Finne Miklos Gaál reale Szenen mit den extremen Unschärfen, die durch die Verstellungen von Fachkameras möglich sind, zu surrealen Szenen, die an die Makroaufnahmen von Modelleisenbahnen erinnern. Darin könnte ein Aufgreifen der Ideen des beginnenden 20. Jahrhunderts gesehen werden, mit denen sich die Fotografie vom Zwang der exakten Abbildung befreite.

Technik der Landschaftsfotografie

Abgesehen von bewussten gestalterischen Unschärfen versucht man in der Landschaftsfotografie, Aufnahmen mit großer Schärfentiefe und Detailzeichnung herzustellen. Landschaftsfotografen haben meist genug Zeit, um ein Stativ aufzubauen und damit die optimale Perspektive und den optimalen Ausschnitt zu finden. Für optimales Licht wird oft die Zeit um den Sonnenauf- und Untergang genutzt.
Das Licht scheint nicht so hart wie während der Mittagszeit. Belichtungsreihen treten hier an die Stelle von Serienbildern.

Zur Erzielung optimaler Bildschärfe bei Landschaftsaufnahmen gelten folgende Parameter:

  • Möglichst niedriger ISO-Wert, um Bildrauschen, bzw. die Körnigkeit zu minimieren.
  • Am besten fotografiert man im RAW-Format, um verlustfreie Bilder für die Nachbearbeitung herzustellen.
  • Auch gute Objektive sollten um mindestens zwei Stufen abgeblendet werden, höchstens aber „zwei Stufen vor ganz zu“. Meist sind das Blendenwerte um 5,6 bis 11. Durch das Abblenden nimmt neben der allgemeinen Abbildungsqualität auch die Schärfentiefe zu, was meist erwünscht ist.
  • Daraus resultiert eine Belichtungszeit, die nicht immer aus der Hand verwacklungsfrei gehalten werden kann. Ein gutes Stativ ist daher bei schlechteren Lichtverhältnissen das wichtigste Utensil des Landschaftsfotografen.
  • Drahtauslöser (oder elektrischer Fernauslöser) bzw. Selbstauslöser und Spiegelvorauslösung reduzieren die Verwacklungen und sollten bei Aufnahmen vom Stativ immer verwendet werden, wenn es das Motiv erlaubt.
  • Der Autofokus stört bei Landschaftsaufnahmen oft, vor allem wenn bei wenig Licht fotografiert werden soll (Dämmerung, Sonnenauf- und -untergänge). Manuelle Scharfstellung auf Unendlich (∞) ist meistens richtig.

Folgende Filter finden in der Landschaftsfotografie häufig Anwendung:

  • Polfilter können blauen Himmel kräftiger erscheinen lassen und Spiegelungen auf Wasseroberflächen reduzieren. Seine das Himmelsblau kräftiger erscheinende Wirkung entfaltet er nur bei Seitenlicht.
  • Grauverlauffilter dunkeln einen hellen Himmel ab und reduzieren so den Kontrastumfang des Bildes. In der digitalen Fotografie kann die Erstellung eines High Dynamic Range Image aus einer Belichtungsreihe, oft mit einer speziell darauf ausgelegten Software, mitunter eine Alternative darstellen. Statt Grauverlauffiltern können auch Farbverlauffilter Anwendung finden, mit Einzug der digitalen Bildbearbeitung werden diese allerdings verdrängt und durch nachträglich digital erzeugte Verläufe ersetzt.
  • Neutralgraufilter verlängern die Belichtungszeit, sodass Bewegungsunschärfe, insbesondere von fließendem Wasser, bildwirksam wird.
  • Farbfilter (rot, grün, gelb, orange) werden nur in der Schwarzweißfotografie verwendet und können den Landschaftseindruck verstärken. Ein Gelbfilter arbeitet beispielsweise die Wolken vor blauem Himmel besser heraus, und ein Grünfilter differenziert das Blattgrün bei Waldaufnahmen. Sie können in der digitalen Fotografie bei Konvertierung eines Farbbildes in ein Schwarzweißbild weitestgehend durch digitale Bildbearbeitung ersetzt werden.

Naturfotografie

ist ein Bereich der Fotografie, dessen Interesse der Natur, den natürlichen Phänomenen, Landschaften und Lebewesen gilt. Es kann zwischen künstlerischer Naturfotografie, dokumentarischer Naturfotografie zu wissenschaftlichen Zwecken und Naturfotografie als Unterhaltung und als Hobby unterschieden werden, wobei die Grenzen oft fließend sind.

Mit Naturfotografie beschäftigten sich u. a. auch bekannte Künstler und Fotografen wie August Sander, oder in der jüngeren Zeit beispielsweise Thomas Struth.

Der bekannteste Naturfotowettbewerb ist Wildlife Photographer of the Year.

Quelle: Wikipedia

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